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St. Laurentiuskapelle, Wallenschwil (Beinwil im Freiamt)

In der Welt zuhause
August 2011: Grosser Andrang im 50-Seelendorf Wallenschwil am Rande der Hauptrasse zwischen Muri und Sins. Gegen 400 Menschen drängen sich um die Laurentiuskapelle, die im Osten des Weilers leicht erhöht über die Siedlung wacht. Der barock geschweifte Glockenturm mit Zwiebelhaube und die markante Uhr über dem Eingangsportal sind schon von weitem erkennbar. Das Geläute ruft die Ortsansässigen zu Freud und Leid zusammen. Denen in der Fremde erinnern die Glocken stets: «…Komm heim, komm heim...»

Beliebt für Hochzeiten und Taufen
Grund für den Volksaufmarsch im August 2011 war die feierliche Wiedereinweihung nach viermonatiger Rennovationszeit. Nach Unterhaltsarbeiten in den Jahren 1851 und 1963 war nach einem Hagelschaden eine umfassende Renovation unausweichlich geworden. Bei strahlendem Sommerwetter nahm nach Abschluss der Arbeiten die Feier ihren Lauf und zeigte, welche Integrationskraft das kleine Kirchlein noch immer besitzt. Besonders, seit viele Wallenschwiler sich in alle Welt verstreut haben und die kleine Siedlung östlich von Beinwil nicht einmal mehr eine Beiz und einen Laden bietet. Entsprechend kehren Jahr für Jahr die «Heimweh-Wallenschwiler» zum Patroziniumstag des Heiligen Laurentius am 10. August nach Wallenschwil zurück. Hinzu gesellen sich Leute aus der umliegenden Region, die sich mit dem kleinen Weiler verbunden fühlen. Nicht selten Menschen, die im Kirchlein getauft wurden oder dem Partner dort das Ja-Wort gegeben haben.

Eigenes Messbuch
Seit wann genau in Wallenschwil, das einstmals unter der Herrschaft des Klosters Muri stand, eine Kapelle steht, lässt sich aufgrund der historischen Zeugnisse nicht genau zurückverfolgen. Erwähnung findet das Kirchlein jedoch explizit im 14. Jahrhundert in Zusammenhang mit einem Messbuch, das der damalige Abt des Klosters Muri extra für die Laurentiuskapelle hatte schreiben lassen. Die heutige Gestalt des Kirchleins geht zurück auf einen Neubau aus dem Jahre 1745, den Abt Gerold Haimb gefördert hatte. Entsprechend prangt sein Wappen in Stein gehauen über dem Kapelleneingang, den ein auf zwei toskanischen Säulen ruhendes Vordach schützt.

Blickfang im Inneren der Kapelle ist der schwarz-vergoldete Rokoko-Altar aus dem Jahr 1730, der im Zuge des Neubaus vom Horben nach Wallenschwil übersiedelt wurde. Im Hauptblatt zeigt dieser den Heiligen Laurentius mit Rost in freier Landschaft, im Oberblatt Maria mit Kind. Ein markanter Rundbogen trennt das Kapellenschiff vom Chor, der leicht erhöht ist. Der ganze Raum wird über sechs Fenster hell erleuchtet, auf das auch die schmucken Bankreihen, von denen die Stelenwangen aus dem Jahr 1745 stammen, gut zur Geltung kommen. (acm)

Der Heilige Laurentius
Laurentius war römischer Diakon und starb 258 n. Chr. den Märtyrertod. Der damalige römische Kaiser hatte die Christen aufgefordert, ihr Eigentum dem Kaiser abzuliefern, worauf Laurentius das Vermögen an die Mitglieder der Gemeinde verteilte, alle Armen und Kranken versammelte und diese dem Kaiser als den «wahren Reichtum der Kirche» präsentierte. Wutentbrannt liess Kaiser Valerian Laurentius foltern und auf einem glühenden Gitterrost zu Tode kommen. Als Schutzheiliger gegen Feuer geniesst Laurentius, dessen Festtag sich am 10. August jährt, noch heute weitherum Verehrung. Berühmtestes Beispiel ist die in Amaseno südöstlich von Rom verehrte Blutreliquie, die sich jedes Jahr am Patroziniumstag verflüssigt.



Spiritueller Impuls: Wurzeln und Flügel

Wurzeln und Flügel – das wünschen wir unseren Kindern. Fortgehen und wieder heimkommen dürfen, Geborgenheit und Freiheit brauchen auch wir. Ein Ort wie die Laurentiuskapelle kann das möglich machen.

Wurzeln und Flügel – ein Segen
Es segne dich Sophia, die göttliche Weisheit,
die Höhen und Tiefen durchwandert hat.
Sie, die ihre Zweige in die Weiten des Himmels streckt
und ihre Wurzeln in die Tiefen der Erde,
beschenke dich mit der Gabe der Verwurzelung
und den Schwingen der Sehnsucht.
Mögen sie dich hinaustragen ins Leben,
mögen sie dich heimtragen zu dir selbst
und zur Wurzel der Wurzel unseres Seins.

Susanne Andrea Birke


Sankt Laurentiuskapelle, Wallenschwil



Standort
Wallenschwil,
Im Osten des Weilers Wallenschwil, leicht erhöht (Wallenschwil liegt an der Haupstrasse zwischen Muri und Sins)

Ab Muri mit Bus in Richtung Brunnwil Weiler bis Haltestelle Wallenschwil. Von dort aus zu Fuss 5 Minuten bis zur Kapelle

Öffnungszeiten
Die Kapelle ist tagsüber jederzeit zugänglich.
Kontakt: Kath. Pfarramt St. Burkard Beinwil,
Tel. 056 668 11 23

www.pfarreibeinwil.ch

 

 

 



Fotogalerie | 3 Fotos


Von vielen Leuten aus der Region als Ort der Ruhe und Besinnung geschätzt: Die Laurentiuskapelle im 50-Seelen-Weiler Wallenschwil. Seit der jüngsten Renovation im Jahr 2011 erstrahlt das Kirchlein in neuem Glanz.
Schlichte Einrichtung mit Rokoko-Altar als Blickfang. Darüber hinaus Reliquienschreine zur Linken und Rechten des Chorbogens.
Verschiedene Votivtafeln zeugen von der Dankbarkeit der Menschen, die sich angesichts verschiedener Anliegen erhört erlebten.

 

 

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