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Kapelle Maria-Hilf Unterrüti, Merenschwand

Die Schöne vom Land
Wer auf der Suche nach einem schmucken Kirchlein zum Hochzeiten im Freiamt unterwegs ist, reisst zwischen Unterrüti und Merenschwand garantiert einen Stopp. Denn genau da steht es, das Erträumte: am Ende eines holprigen Feldwegs, flankiert von strammen Platanen, zwischen sanften Matten und Äckern über der weiten Reussebene weilend. «Ihr Platz wurde mit Bedacht gewählt, er bietet sich als Ort des Innehaltens und Betens an», schreibt Erich Wettstein im «Kleinen Kunstführer Merenschwand und Benzenschwil». Heute finden noch an Fronleichnam Feiern statt, Maiandachten werden gehalten sowie noch immer Hochzeiten und Taufen.

Ein Pfarrer räumt auf
Von einem Klick begleitet öffnet sich die Holztüre und gibt den Weg frei hinein in einen hellen, schlicht ausgestatteten Raum. Bis 1954 war das Innere der 1868 erbauten Kapelle mit drei neugotischen Altaraufbauten ausgestattet. Alteingesessene wollen sich erinnern, dass es Pfarrer Winiger war, der diese herausriss und verbrannte. Auf jeden Fall ziert heute eine Schutzmantelmadonna den Mittelaltar im kleinen Chor, geschaffen wohl gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Heinrich Dieffolt aus Feldkirch. In den Seitennischen des Altars stehen Statuen der Heiligen Agatha und Joachim. Auffallend ist der schlanke Spitzbogen, welcher Chor und Schiff voneinander trennt. Zu beiden Seiten des Bogens Holzschnitte aus jüngster Zeit, dargestellt werden die Heiligen Josef und Bruder Klaus.

Zwei Wochen Glanz
Anstelle des heutigen Baus von 1868 stand bereits früher eine Kapelle in Unterrüti, deren Baujahr aber nicht bekannt ist. Erhaltene Votivtafeln weisen darauf hin, dass das Kirchlein seit jeher der Marienverehrung diente und ein lokales Wallfahrtsziel war.

Nach der letzten Renovation 1999 ging die Maria-Hilf-Kapelle an die Kirchgemeinde Merenschwand über, was manche Einheimische nicht ohne Wehmut gelassen hat. Immerhin wurde in Unterrüti jeweils mit einem Kässeli für die Kapelle gesammelt. Ein privater Gönner hat sogar ein Glöckchen gekauft.


Spiritueller Impuls: Gebet für die Mächtigen
Unter Marias Schutzmantel knien 10 Männer: rechts der Muttergottes Papst, Bischof, Kardinal, Mönch, und wohl ein Gelehrter. Links gekrönte Häupter, ein Ritter auch, alles Mehrbessere wohl. Wo bleiben die Frauen, und wo bleibe ich «Normalsterblicher»?

Die orthodoxe Kirche betete im Hochgebet immer auch für den Kaiser, noch heute für die Regierenden. Nicht anders als wir es auch kennen mit dem Gebet für Bischof und Papst. Besonderen Schutz brauchen sie, die EntscheidträgerInnen in Kirche und Welt. Heute Frauen und Männer, meist ungekrönt. Und der Bärtige rechts, mit schwarzem Schuh: ist er heutzutage nicht deutbar als Wirtschaftsvertreter?

Ihre Macht gehört allerdings nicht ummäntelt, sondern sie sollen zum Wohle aller wirken, entscheiden, regieren. Dazu haben sie auch mein Gebet nötig. Warum nicht in dieser Kapelle? So schliesst sich der Kreis derer vor und derer im Altarbild. Und alle vereint unter himmlischem Schirm.

Thomas Markus Meier


 


Kapelle Maria-Hilf Unterrüti, Merenschwand



Standort
Merenschwand Unterrüti

Via Muri mit Bus in Richtung Affoltern am Albis bis Station Merenschwand Hinterdorf (bei Kreisel). Zu Fuss in ca. 15 Minuten via Abzweigung Kreisel in östlicher Richtung (Himmelrychstrasse). Dann links ab (Himmelrychweg, mündet in Seebrunnen-strasse). Weiter links halten, Seebrunnenstrasse in Richtung Feldweg verlassen. Ab da Sicht-kontakt zur Kapelle.

Es gibt keine Parkplätze bei sowie in unmittel-barer Umgebung der Kapelle.

Öffnungszeiten
Die Kapelle ist täglich geöffnet. Kontakt: Pfarrei Merenschwand/Benzenschwil, T 056 664 12 64.
Link: www.pfarrei-merenschwand.ch

 

 

 



Fotogalerie | 3 Fotos


Bei schönem Wetter lohnt sich nach der Anreise der Gang um die Kapelle herum. Dort stehen eine Holzbank und ein Quellbrunnen, was unweigerlich zum Entschleunigen einlädt.
Blick in Richtung Chor mit seinem dreiteiligen Altar. Auffallend der spitze Chorbogen.
Altar mit Relief der Schutzmantelmadonna, ehemals aufgestellt in einem Beinhaus beim Friedhof südlich der Merenschwander Kirche. Das Bildwerk wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts geschaffen; den Gläubigen ist es ein Sinnbild Mariens, der Fürbitterin für die Verstorbenen.

 

 

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