Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Kapelle Sulz, Künten

Tot im Bach
Zu den zahlreichen in der Zeit um 1900 entstandenen Lourdesheiligtümern gehört auch dasjenige von Sulz bei Künten. Ermöglicht wurde der Bau der Kapelle in den Jahren 1898/99 dank Spenden aus der Dorfbevölkerung, wobei sich die beiden frommen Jungfrauen Rosina und Anna Marie Staubli besonders grosszügig zeigten. Letztere leistete während vieler Jahre den Sigristendienst, zu dem auch das Betzeitleuten mit der im hübschen Dachreiter hängenden Glocke gehörte. Eines Morgens im März 1918 fand man Anna Marie nach dem Betzeitläuten tot im Bach, der wenige Schritte unterhalb der Kapelle vorbeifliesst. Da nichts auf ein Verbrechen hindeutete, ging man von einem Unfall aus.

Abbruch und Neubau
Die Kapelle stand auf einem instabilen Untergrund aus Ton und Mergel am oberen Ende eines Hanges, an dessen Fuss einst die Reuss vorbeifloss. Im Laufe der Jahre zeigte das Mauerwerk immer mehr und grösser werdende Risse, so dass sich die Gemeinde 1949 für den Abriss der Kapelle entschied. Selbstverständlich strebten die Sulzer den Bau eines neuen Kirchleins an. Ein Kapellenverein wurde gegründet, dessen Mitglieder sich zur Bezahlung einer Kapellensteuer verpflichteten. Nachdem die Suche nach einem geeigneteren Standort gescheitert war, erstellte man das neue Gotteshaus auf dem Platz der abgerissenen Kapelle. Von Mitgliedern des Kapellenvereins geleistete Fronarbeiten hielten die Kosten im Rahmen. Am 11. September 1950 weihte Bischof Franziskus von Streng die Kapelle zu Ehren der Maria von Lourdes.
Doch erging es dem neuen Kirchlein wie dem alten und dies trotz dem vermeintlich soliden Fundament: Nach etwa 20 Jahren bildeten sich Risse im Gemäuer, durch die man stellenweise hindurchsehen konnte. Erst eine zusätzliche massive Verstärkung des Untergrunds und des Fundaments stabilisierte das Gebäude nachhaltig.

St. Konrad
Die auf dem Altar dargestellte Erscheinungsszene von Lourdes ist auf das Wesentliche reduziert: auf die Muttergottes und die Seherin Bernadette Soubirous. Die Grotte ist lediglich durch einen Steinbogen angedeutet. Den Eingang zum Altarraum flankieren eine Josefsfigur und eine modernere Statue eines Brot austeilenden Mönchs: Es ist Konrad von Parzham, der 1894 verstorbene hl. Kapuzinerbruder aus dem Kloster Altötting in Bayern. Er ist Patron des seraphischen Liebeswerks, des Kinderhilfswerks der Kapuziner. Das in der Kapelle aufliegende Bittbuch zeugt von Menschen, die Maria an diesem Ort ihre Anliegen anvertrauen. (lh)






Standort
Ortsteil Sulz, Gigerai (westlich des Dorfes)

Künten liegt an der Postautolinie 322 Baden – Bremgarten. Unweit der Haltestelle Gried zweigt die Strasse hinunter nach Sulz ab. Bis zur Kapelle am westlichen Dorfrand ist es ca. 1 km.
Neben der Kapelle befinden sich zwei Parkplätze.

Einkehrmöglichkeiten
Restaurant Mühle, Mühlegasse 6 (nahe Bushaltestelle Gried)

Öffnungszeiten
Die Kapelle ist während des Tages geöffnet.

Kontakt

Röm.-kath. Pfarramt, Kirchweg 44, 5444 Künten, T 056 496 11 74, pfarramt_kuenten@greenmail.ch

 

 

 



Fotogalerie | 5 Fotos


Ein Rundfenster beleuchtet den Altar mit der Erscheinungsszene von Lourdes.
Die Sulzer Kapelle steht unweit des Dorfrandes über einer ehemaligen Reussschlaufe.
Die Sulzer Kapelle steht unweit des Dorfrandes über einer ehemaligen Reussschlaufe.
Das Innere wirkt einfach und stimmungsvoll.
Der Kapuzinerheilige Konrad von Parzham.

 

 

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