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Josefskapelle, Baden (Ortsteil Rütihof)

Kapellenbau im Eiltempo
Seit 1962 ist Rütihof ein Stadtteil von Baden, rund fünf Kilometer von der Stadt entfernt. Auf dem dortigen Friedhof fanden einst die Rütihöfler ihre letzte Ruhe. Zu Beginn der 1880er-Jahre legte ihnen Baden die Anlegung eines eigenen Gottesackers nahe. Doch die Rütihöfler lehnten ab, weil das Dorf kein Gotteshaus besass. Nachdem Baden die Friedhofsteuer heraufgesetzt hatte, nahm Rütihof die Errichtung eines Kirchleins und eines Friedhofs in die Hand. Nun ging es Schlag auf Schlag: Am 12. Januar 1897 kaufte die katholische Einwohnerschaft Bauland, am 4. März wurden die Baupläne vorgestellt, am 5. Juni der Grundstein gelegt. Das Projekt wurde mit Hilfe von Fronarbeit und Spenden ausgeführt. Bereits am 30. November fand die Einweihung des Gotteshauses statt. Da man aus finanziellen Gründen noch keine Glocken angeschafft hatte, ertönten an diesem Festtag in Rütihof Böllerschüsse statt Glockenklänge. Wenige Schritte von der Kapelle entfernt schuf man den neuen Friedhof.

Ausbau zur Kaplanei

Bau und Unterhalt der Kapelle wurden von den Katholiken des Dorfes bestritten. Sie bildeten eine Kapellengemeinde, die auch Steuern einzog. Reformierte mussten für Dienstleistungen bezahlen. 1901 vereinbarte man, dass dem Sigrist für das Läuten bei einem reformierten Begräbnis 1 Franken zu bezahlen sei. Seit 1979 steht die Kapelle auch den reformierten Mitchristen zur Verfügung. Der Wunsch nach regelmässigen Sonntagsgottesdiensten und einem Ausbau der Seelsorge führte 1933 zum Bau einer Kaplanei bei der Kapelle. Nach einer Renovation, bei der die drei Altäre von 1897 entfernt und verbrannt wurden, übernahm die Kirchgemeinde 1967 die Kapellenanlage.

Josef statt Heilige Familie

Die Kapelle steht an einer Moränenkante mit schöner Aussicht. Geweiht ist das Kirchlein der Heiligen Familie, doch haben die Rütihöfler stets den Josefstag als Patroziniumstag gefeiert. Das Innere der Kapelle wirkt stimmungsvoll. Die 1921 eingebaute Empore aus Holz trägt eine Orgel von 1990. Von den drei einstigen Altären ist lediglich noch das vom Stanser Heinrich Keyser (1813–1900) gemalte Altarbild mit der Heiligen Familie vorhanden. Der moderne Tabernakel von 1981 schuf der Toggenburger Künstler Josef Ammann. Er wurde mit dem Geld von Hochzeitskollekten bezahlt. Die Kapellenanlage ist heute Mittelpunkt von einer der vier Seelsorgestellen der Pfarrei Baden. (lh)

Spiritueller Impuls
Viele Menschen beginnen irgendwann, meist im Älterwerden, für eine gute Sterbestunde zu beten. Manche bitten den hl. Josef, sie zur gegebenen Zeit zu begleiten.
Das Alter ist die letzte Etappe menschlichen Wachsens. Doch wir sind immer im Werden.
Das Leben ist nicht darauf angelegt, im Tod zu enden, sondern durch den Tod verwandelt zu werden. Das Alter ist die letzte Gelegenheit, die uns das Leben bietet, um unser Reifen und unsere irdische Existenz zu vollenden. Es ist wichtig, die grosse Begegnung sorgfältig vorzubereiten, wie es für alle grossen Übergänge notwendig ist. Biblische Gestalten wie Josef von Nazareth geben uns dazu etwas mit:
- Folge deinen Träumen und der Stimme aus deinem Inneren.
- Schlage mit deinem Leben eine Brücke zwischen Vergangenem und Zukünftigem.
- Versöhne dich mit Scheitern und gib der Dankbarkeit Raum.
- Bereite dich für den Aufbruch vor.
- Nähre dein Vertrauen in das Kommende.

Claudia Nothelfer

Die Josefskapelle im alten Dorfteil von Rütihof steht an einer Moränenkante.



Standort
Rütihof, Kirchgasse 17

Rütihof liegt an der Postautolinie Brugg-Mellingen. Ab Haltestelle „Rütihof Bohnacker“ via Birchstrasse und Kirchgasse zur Kapelle hinauf. Autofahrer auf der Strasse Baden-Dättwil-Mellingen folgen der Signalisation nach Rütihof. Die Kapelle steht oben im alten Dorfteil.

Öffnungszeiten
Die Kapelle ist tagsüber zugänglich.

Kontakt
Seelsorgestelle Rütihof, Sekretariat, Kirchgasse 15, 5406 Rütihof, T 056 493 21 51, ruetihof@pfarreibaden.ch, www.pfarreibaden.ch

 

 

 



Fotogalerie | 4 Fotos


Die Josefskapelle im alten Dorfteil von Rütihof steht an einer Moränenkante.
Das 1897 vom Stanser Künstler Heinrich Keyser gemalte ehemalige Hochaltarbild zeigt die Heilige Familie, der die Kapelle geweiht ist.
Die 1921 eingebaute Empore aus Holz trägt eine Orgel von 1990.
Zum künstlerischen Schmuck der Kapelle gehören das ehemalige Hochaltarbild sowie eine Madonnen- und eine Josefsfigur aus einer Südtiroler Bildhauerwerkstatt.

 

 

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