Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau
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Fridolinskapelle, Sisseln

Umständliche Pfarreizugehörigkeit
In früheren Jahrhunderten unterstand Sisseln nicht etwa einer der benachbarten Pfarreien Säckingen, Stein, Eiken oder Kaisten sondern Frick. 1786 verlangten die Sissler die Loslösung von Frick. Als dann die habsburgische Herrschaft die Zuteilung Sisselns zur Pfarrei Wegenstetten ins Auge fasste, regte sich im Dörfchen heftiger Wiederstand. Dies ist verständlich, lag doch Wegenstetten mit zwei Stunden Fussmarsch noch weiter entfernt als Frick. Nach langem Hin und Her kamen die Sissler 1797 unter die Obhut der Pfarrei Eiken, bei der sie bis heute verblieben.

Fronarbeit für den Kapellenbau
Die kleine Eiker Kirche konnte die zusätzlichen Gläubigen aus Sisseln kaum fassen, zudem wuchs die Bevölkerung stetig. Für die Sissler erneut eine unbefriedigende Situation. Sie wünschten ein eigenes Bethaus im Ort. Der Regierungsrat genehmigte die Errichtung einer Kapelle, deren Bau und Unterhalt von den Dorfbewohnern allerdings selbst bestritten werden mussten. Mit viel Fronarbeit errichteten die Sissler 1823 ihr Kirchlein, die benötigten Steine holten sie zu einem grossen Teil aus dem Rhein. Die Kapelle erhielt St. Fridolin zum Patron, den Gründer des benachbarten Stiftes Säckingen.

Schlichte Altäre
Aus der Entstehungszeit der Kapelle stammt der Hauptaltar mit dem Bild des hl. Fridolin. Gemalt wurde es 1822 von Lucas Neyser aus dem elsässischen Sulz. Fridolin ziert als Relief auch die Tabernakeltür. Die Maria und Josef geweihten Nebenaltäre kamen aus der 1871 abgebrochenen alten Eiker Pfarrkirche nach Sisseln. Ihre einfachen Bilder aus der Hand des Fricker Malers Carl Friedrich Mösch datieren ins Jahr 1903. Eine zusätzliche künstlerische Bereicherung für den Raum sind die im Rahmen einer Renovation 1928 angebrachten Glasbilder aus der Zürcher Werkstatt Huber und Stutz. Sie widmen sich Maria und Jesus sowie den hl. Rita, Alois von Gonzala und Bruder Klaus. Namen und Wappen verweisen auf die Stifter der Fenster. Seit 1997 steht auf der Empore eine Orgel mit sieben Registern.
Das Kirchlein ist Eigentum des 1947 gegründeten Kapellenvereins Sisseln. Mit der Schaffung des Vereins wollte man bei den Dorfbewohnern auch das Interesse an der Kapelle fördern. Regelmässig finden in ihr Werktags- und Wochenendgottesdienste statt, zudem wird sie bei Beerdigungen genutzt. Seit 1862 liegt unmittelbar hinter der Kapelle der Gemeindefriedhof. (lh)

Spiritueller Impuls: Der Schutzpatron vor Erbschleicherei

Als solcher wird der Hl. Fridolin von Säckingen im Glarnerland verehrt und schmückt auch Fahne und Wappen des Kantons Glarus. Das Altarbild der Fridolinskapelle in Sisseln zeigt eine Auferstehungslegende, die die Verbindung des Glaubensboten am Hochrhein, Fridolin von Säckingen (* in Irland; † 538 in Säckin-gen), mit dem Kanton Glarus erklärt: Fridolin erhielt vom sterbenden, kinderlosen Ursus grosse Teile des Glarnerlandes geschenkt. Sein Bruder Landolf machte jedoch das Vermächtnis nach Ursus Tod Fridolin streitig. Dieser holt im Erbstreit Ursus aus dem Grab zur Hilfe. Als Landolf den bereits in Verwesung übergegangenen Bruder vor Gericht erscheinen sieht, ist er so erschrocken und beschämt, dass er Fridolin auch seinen Teil des Glarnerlandes schenkt. So wird der Hl. Fridolin zum Schutzpatron vor Erbschleicherei.

(Bernhard Lindner)

Die Sissler Fridolinskapelle wurde 1823 von der Dorfgemeinschaft in Fronarbeit erbaut.



Standort
Ecke Friedweg/Schulhausstrasse gegenüber dem Gemeindehaus.

Sisseln liegt an der Postautolinie Laufenburg–Stein–Säckingen sowie an der Bahnlinie Stein–Säckingen–Laufenburg (Haltestelle allerdings ausserhalb des Dorfes, 1 km von der Kapelle entfernt). Die zur Kapelle führende Schulhausstrasse zweigt ungefähr in der Dorfmitte von der Hauptstrasse nach Norden ab. Das Restaurant Pinte befindet sich an der Hauptstrasse.

Öffnungszeiten
Die Kapelle ist tagsüber zugänglich.

Kontakt
Walter Wicky, Präsident Kapellenverein Bodenackerstrasse 15 C, 4334 Sisseln,
T 062 873 10 52

 

 

 



Fotogalerie | 6 Fotos


Die Sissler Fridolinskapelle wurde 1823 von der Dorfgemeinschaft in Fronarbeit erbaut.
Ein Glasgemälde von 1928 zeigt die hl. Rita.
Das 1822 vom Elsässer Lucas Neyster geschaffene Altarbild zeigt den hl. Fridolin mit dem Skelett des Ursus.
In der Kapelle stehen drei Altäre: Der dem Kapellenpatron Fridolin geweihte Hauptaltar, der Marienaltar sowie der Josefsaltar.
Der Josefsaltar stand einst in der 1871 abgebrochenen alten Pfarrkirche von Eiken.
Ein Relief des Kapellenpatrons ziert die Tabernakeltür.

 

 

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